Samstag, 26. Mai 2012, 19:49:23 Uhr

13. Februar 2012, 08:57

Ich schenke Euch das Leben

Larry der Berner Sennenhund Mischling lebt nicht mehr

Larry unser Sennenhundeli und unser Glücksbringer, ist bei einem tragischen Unglück in unserem Ferienhaus ums Leben gekommen. Das Feuer war zu gross um ihn noch zu retten. Wir trauern um ihn. Larry war die Liebenswürdigkeit in Person. Er liebte Kinder über alles und sein Hobby war der Fressnapf. Nun ist Larry den Weg in die ewigen Jagdgründe gegangen. Hoch oben im Himmel schaut er zu uns hinunter. Für uns hat das Drama des vergangenen Freitag Abend ein Schockzustand hervorgerufen. Wir beide, Andrea und ich sind nur mit knapper Not dem Tod entgangen. Wir haben alles verloren, doch unsere Liebe zueinander ist dadurch nur noch stärker geworden, auch wenn der Verlust unseres Lieblings sehr schmerzt.

Zürich,11.1.12 mk (mk) Der eigenartige Abend, an dem mich um halb acht ein Telefon von einem Journalistenkollegen aus Martigny erreichte, verwunderte mich schon. Fast unheimlich war das Telefon, beide wussten einander nicht viel zu sagen, wir hatten noch nie miteinander telefoniert. Und doch hat dieses Telefon dazu beigetragen, dass wir nicht schon schliefen, wir waren nämlich nach einem 14 Stunden Tag ziemlich müde. So hörten wir noch Musik, bis der Strom ausschaltete. Sekunden später der beissende Geruch und eine halbe Minute später, brannte bereits das Wohnzimmer lichterloh.

Da wir am Samstag ins Ausland wollten, hatten wir bereits alles gepackt. Unsere Fotoausrüstungen standen bereit. Eine wirkliche Chance hatten wir dann aber nicht, der Flammenhöhle Meister zu werden und ohne Verletzungen zu entkommen. Wir haben innert zwanzig Minuten alles verloren, was man verlieren kann. Wir waren in unserem Ferienhäuschen sehr, sehr glücklich, dass wir nach meiner schweren Augenkrankheit vor gut einem Jahr fast täglich im Tösstal bewohnten. Hier erholte ich mich wieder, hier konnte ich mich mit Larry auf den Tösstaler Wanderwegen erholen. Es war ganz einfach eine herrliche Zeit, die Schönste meines Lebens. Unbeschwert und glücklich verbrachten wir viele, viele Stunden zusammen - Andrea, Larry und ich.

Nun ist die Zeit vorbei. Wir weinen. Übrig geblieben sind fünf Anhänger voll Schutt und Asche. Die Erinnerungen an diese wundervolle Zeit, ein ganzes Jahr lang, kann uns aber niemand nehmen. Diese unvergessene Zeit tragen wir im tiefen Herzen.

Unser erwachsenen Söhne haben uns aufgenommen, haben uns Kleider gekauft, den wir standen gestern Abend um 2000 nur in Unterhosen vor dem Haus in einem Meter Neuschnee. Barfuss. Die Befragung der Polizei habe ich persönlich wie aus weiter Ferne wahrgenommen. Die Fahrt im Krankenwagen ins 30km entfernte Winterthur war wie in Trance. Eine Welt ist zusammengebrochen - eine Welt, die kurz vor der Vollendung stand. In schönsten Bildern haben wir die Welt gemalt, in schönsten Bildern haben wir genossen und in tiefer Trauer haben wir etwas erlebt, dass uns den Boden unter den Füssen wegzog.

Wir beide sind sehr traurig. Es tut unendlich weh, dass wir unser Hundchen zu verloren haben, es tut aber auch weh vor einem Scherbenhaufen zu stehen, einem Scherbenhaufen, der uns in tiefes Leid gestossen hat. Es sind seelische Schmerzen, Schmerzen die schier unerträglich sind. Seelische Schmerzen, die dich fast töten.

Larry hat sein Leben für uns geopfert. Sechs Leben haben wir bisher verbraucht, das Siebente hat uns Larry geschenkt.
Wir schämen uns nicht zu weinen, aber auch zu beten, zu beten, dass wir die Kraft zurückbekommen mögen, die uns weiterleben lässt, die Kraft, die uns wieder anspornt und uns vielleicht neue Perspektiven zeigt.

Alle schriftlichen Erinnerungen sind verbrannt. Tausende von Fotos vernichtet. 38 Jahre Ehe, 3 Kinder und 3 Enkel, all die tollen Familien-Fotos sind in Rauch aufgegangen. Kein Fetzen Papier erinnert mehr an uns und unsere Familie. Ausgelöscht, vorbei, vergessen. Was wir von all den Jahren aber in unseren Herzen tragen, kann uns niemand mehr nehmen. Wie es wirklich weiter geht, wissen wir noch nicht. Ob ich es bin, der wieder die Reporterstiefel anzieht - weiss ich nicht. Ausschlaggebend wird sein, ob wir das Equipment wieder beschaffen können. Aufgeben werden wir aber nicht zu schnell, den wir wissen, wir haben tausende Freunde hinter uns.

Im Moment haben wir viele Helfer und auch Freunde, auf die wir uns verlassen können. Man hat uns wichtige Sachen ausgeliehen, man bietet uns Kleider an, man lädt uns zum Essen ein - und dies alles macht die grosse Sport-heute.ch Familie für uns. Ihr seid ganz einfach alles wundervolle Menschen und ihr seid grossartig.

Andrea und ich stehen jetzt im Moment draussen in dunkler Nacht und schauen hinauf zum Sternenhimmel, hinauf wo weit oben jetzt Larry sein neues zu hause hat. Machs gut, du toller Hecht, machs gut in den ewigen Jagdgründen der Liebe. Du hast uns fünf Jahre frohes Leben geschenkt, mit Deiner Freundlichkeit, Deiner Liebe und Deinem Dasein. Du hast uns geprägt, warst das Markenzeichen unserer Welt.

In Liebe

Andrea und Marcel

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