Samstag, 26. Mai 2012, 19:47:44 Uhr

13. Dezember 2011, 10:19

Im Namen der Heiligkeit und der Scheinheiligkeit

Dezembertage, Adventstage und Vorweihnachtstage, sind nicht nur zum Nachdenken und um sich auf das Weihnachtsfest zu freuen. Dezembertage sind für die grossen Medien wie Radio DRS und das Schweizer Fernsehen auch Tage der Scheinheiligkeit um Tausenden, ja Hundert Tausenden das Geld aus dem Sack zu ziehen, um die dicken Portemonnaies der Glückskette zu füllen, die dann mit einigen lapidaren Beträgen irgendwo auf der Welt mit gross angerührter Kelle einige wenige Fränkli investiert. Hauptsache aber ist, dass das eigene Bankkonto stetig zunimmt, auch mit ausgeführter Hilfe.

Zürich, 14.12.11 mk (mk) Man kann ja nie wissen! Vielleicht muss man als glückliche Kette wirklich einmal gross Spenden. Dass Medien wie Radio DRS und das Schweizer Fernsehen sich für diese fragwürdige Keilerei um Banknoten gratis zur Verfügung stellen, ist mehr als verwunderlich und vor allem bedenklich. Wir hätten im eigenen Land genug Menschen in Not, denen per sofort, besser heute als Morgen geholfen werden müsste.

Alte, einsame und andere Aussenseiter der Gesellschaft, die sich nicht wehren können bekommen nichts. Vom warmen Franken und den rührigen Klatschgeschichten auf denen vom Steuerzahler bezahlten Schweizer Stationen hört man viel "Heiliges" mit den Scheinheiligen. Und ohne Eigennutz im Namen der Weihnachtsgeschichte machen die Scheinheiligen ja sowieso nichts.

Den Mut, das Bedürfnis und die Tat

Wenn ich da an die Helfer der Heilsarmee denke, die mit viel Mut und Zuversicht draussen in der Kälte stehen und wirklich mit dem eingegangenen Geld sofort und wirklich da helfen, wo es nötig ist, verbeuge ich mich. Die Menschen der Heilsarmee aber auch anderen Institutionen helfen ohne Radiokanal und grossem trallala, aber sie helfen mit Herz und Tat.

Die Narren des Volkes

Ich finde ich es nicht mehr lustig die Narren hinter den Glaskabinen auf den öffentlichen Plätzen anzusehen, verschweige den, die rührenden Lieder im Äther über mich ergehen zu lassen. Scheinheiligkeit kommt anscheinend eben besser an als Heiligkeit. Doch es hat auch Knöpfe an besagten Empfängern und Sendern auf Erden und die Drücke ich per sofort - ohne zu zögern.

Tausende lassen sich aber vom Geschwafel der "Schnorrer" der Nation beschwören und betören und finden es sogar noch gut, wenn sie spenden. Der Unterhosenhersteller sieht dabei die Chance der Zukunft und spendet 1000 Franken und für jedes Paar verkaufte Unterhosen einen warmen Franken und hat damit die billigste Reklame aller Zeiten. Im ganzen Land werden seine Unterhosen für ein paar Sekunden in Tausenden von Ohren sein und für einen Moment dürfen seine Unterhosen in der Heiligkeit der vorweihnachtlichen Freude in der Scheinheiligkeit auf Wolke Sieben der Heiligkeit schweben.

Wo sind wir und wo - Hilfe!!! - wollen wir noch hin?

Der billige Verriss einer heiligen Geschichte für uns Europäer und christlichen Menschen auf der ganzen Welt ist bedenklich. Scheinheiligkeit hat die Heiligkeit übertroffen und sogar komplett zu Boden gedrückt. Der abgebrochene Tannenzweig im Gläsernen Kasten, dort wo die Wanderprediger des Radio DRS und des Schweizer Fernsehen sitzen rührt zwar noch die ganze Woche zu tränen, doch für viele Menschen die am Weihnachtsfest mehr sehen als kommerzialer Absturz ist es eine Katastrophe.

Alte und Kranke leben in der Schweiz in bitterer Armut!

Arme und Kranke leben in unserem Lande in Armut. Die selbst gebackenen Tränen der selbst ernannten Helfer erreichen diese Menschen nie. Wir haben Alte Menschen, die kaum wissen wie sie über den Winter kommen, frieren und draussen unter der Brücke leben, wir haben aber auch alte Menschen, die mit und wegen unserer Gesellschaft in die Armut geraten sind. Ob Ausländer oder Schweizer, das ist egal. Es ist aber bedenklich, ja sogar schrecklich, dass diesen Menschen in unmittelbarer Nähe nicht geholfen wird, weil es halt besser tönt, irgendwo in der Welt zu helfen, dort kann man es ja auch nicht so genau feststellen, wo, wie und ob überhaupt geholfen wird. Wo sind die Tränen all die Menschen in unserem Land, wo? Glück sollte für alle da sein und nicht nur für medienwirksames Trallala. Wirkliche Hilfe sieht anders aus. Wirkliche Hilfe kettet Menschen zusammen und wirkliche Hilfe bringt tatsächliches Glück.

Ich bin froh, dass es wirkliche Helfer gibt!

Und so bin ich froh, wenn ich in den Altstadtgassen, im Einkaufszentrum oder anderswo die Frauen und Mannen der Heilsarmee, der Kirche oder einer anderen Institution sehe, die den Hilfsbedürftigen Menschen das ganze Jahr über helfen. Geduldig stehen die Helfer da und warten, dass irgendjemand einen Stutz in die Büchse wirft. Sie danken mit einem ehrlichen Lächeln, den sie wissen dass dieser Stutz sofort hilfsbedürftigen Menschen zu gute kommt. Doch diese bedürftigen Menschen sind eben nicht werbewirksam, sie sind die Aussenseiter und nicht die Narrern der Nation.

Marcel Krebs

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