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18. August 2011, 07:33
Amiet und sein Sammler
Kunstmuseum Bern
Zum 50. Todestag von Cuno Amiet präsentiert das Kunstmuseum Bern die Sammlung Eduard Gerber, eine der schönsten privaten Amiet-Sammlungen. Gezeigt werden neben dieser Liebhaberkollektion auch Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums Bern, welche für das „offizielle“ Œuvre des Künstlers stehen. So bietet die Ausstellung einen repräsentativen Überblick über Amiets Schaffen. Titelbild Cuno Amiet Sonnenuntergang,1927 Öl auf Leinwand 80 x 100 cm
Privatbesitz, Schweiz
Zürich, 18.8.11 Red. (mk) Cuno Amiet (1868–1961) beschliesst früh, Maler zu werden. 1884 begegnet er Frank Buchser und wird dessen Schüler. Nach Studienaufenthalten in München, wo er sich mit Giovanni Giacometti anfreundet, und Paris siedelt Amiet 1892 nach Pont-Aven über. Dort tritt er dem Künstlerkreis um Paul Gauguin bei. Amiet knüpft auch wertvolle Kontakte zu den „Brücke“-Malern um Ernst Ludwig Kirchner, die als Wegbereiter des deutschen Expressionismus gelten. Zurück in der Schweiz lässt sich Amiet 1898 auf der Oschwand im Kanton Bern nieder. Abseits der grossen Kunststätten arbeitet er an seinem malerischen Œuvre und behauptet sich neben Hodler, den er persönlich kennt, als führende Künstlerpersönlichkeit in der Schweiz und als Wegbereiter der Moderne. Kaum ein anderer Schweizer Künstler verfügt über ein derart vielfältiges Gesamtwerk. Amiets Bilder sind geprägt vom Symbolismus, vom Jugendstil aber auch vom Expressionismus. Sie zeugen von seiner Internationalität und seinen Kontakten mit zahlreichen Künstlerfreunden.
Emotionale Nähe und grosse Verehrung
Die Privatsammlung von Eduard Gerber (1917–1995) umfasst über hundert Werke des Berner Künstlers. Sie nimmt ihren Anfang in den 1930er Jahren. Amiet hatte bei einem Brand über fünfzig seiner Frühwerke verloren, die im Rahmen einer Retrospektive im Münchner Glaspalast ausgestellt waren. Dieses Ereignis bewegte Gerber, den damals schon namhaften Künstler zu besuchen. Über die Zeit hinweg entstand nicht nur eine tiefe Freundschaft zwischen Gerber und der Familie Amiet, sondern eine der schönsten Amiet-Sammlungen. Die Werke, die Gerber erwarb, haben sowohl für den Sammler als auch für den Künstler eine besondere Stellung in der jeweiligen Zeit eingenommen. Durch die langjährige Sammlertätigkeit fanden Werke von den Anfängen Amiets bis hin zu seiner letzten Schaffensphase Eingang in diese Kollektion. Das Beispiel der Sammlung Eduard Gerber belegt, dass es zum Aufbau einer bedeutenden Kunstsammlung nicht enorme Mittel braucht, sondern in erster Linie Passion und Kennerschaft.
Ergänzung mit repräsentativen Meisterwerken
Während die Sammlung von Eduard Gerber aus emotionaler Nähe zum Maler entstanden ist, befinden sich im Kunstmuseum Bern repräsentative Werkgruppen von Amiet, die für das „offizielle“ Œuvre des Künstlers stehen und die seinen Status als der neue Nationalkünstler nach Ferdinand Hodlers Tod untermauerten. Die Werke von Cuno Amiet bilden einer der Hauptschwerpunkte der Sammlung des Kunstmuseums Bern: Mit 56 Gemälden, 121 Arbeiten auf Papier sowie dem Sgraffito Apfelernte an der Fassade des Museums ist die Amiet-Sammlung im Kunstmuseum Bern gross und umfassend. So bietet die Ausstellung einen repräsentativen Überblick über Amiets Schaffen.
In Solothurn, dem Geburtsort des Künstlers, zeigt das Kunstmuseum Solothurn vom 24. September 2011 bis zum 2. Januar 2012 eine Vergleichsausstellung mit Werken von Cuno Amiet und Ferdinand Hodler unter dem Titel Eine Künstlerfreundschaft zwischen Jugendstil und Moderne.
Die Ausstellung
Eröffnung: Donnerstag, 18. August 2011, 18h30
Dauer: 19.08.2011 - 15.01.2012
Kuratorenteam: Matthias Frehner, Regula Berger
Eintritt: CHF 14.- / red. 10.-
Kunstmuseum Bern
AGENDA
Dauer der Ausstellung
19.08.2011 - 15.01.2012
EröffnungDonnerstag, 18. August 2011, 18h30
Öffentliche FührungenSonntag, 11h:
21. August, 4. / 11. / 25. September, 9. / 23. Oktober, 6. / 20. November, 18. Dezember 2011, 15. Januar 2012
Dienstag, 19h:
23. / 30. August, 4. Oktober, 22. / 29. November, 27. Dezember 2011, 10. Januar 2012Ohne Anmeldung, Ausstellungseintritt
Öffentliche Führung mit GebärdendolmetscherSonntag, 23. Oktober, 11hOhne Anmeldung, Ausstellungseintritt
Einführung für LehrpersonenDienstag, 23. August, 18h und Mittwoch, 24. August, 14hAnmeldung: vermittlung@kunstmuseumbern.ch, T 031 328 09 11
Ein Blick hinter die Kulissen: Die Werke von Cuno Amiet in der RestaurierungSamstag, 22. Oktober 2011, 15hFührung durch das Restaurierungsatelier und die Ausstellung.
Im Anschluss: Frischer Apfelsaft im Café Kunstmuseum.
Nur mit Voranmeldung. Die Anzahl der Anmeldungen ist auf 30 Teilnehmer beschränkt.
Die Anmeldungen werden nach Eingang berücksichtigt.
Anmeldung / Info: T 031 328 09 11 oder vermittlung@kunstmuseumbern.ch
Kosten: Ausstellungseintritt
Fälschung oder echt?Dienstag, 22. November 2011, 20h– ca. 21hFälschungen beschäftigen Künstler, Kunsthistoriker und Juristen gleichermassen.
Auch Werke von Cuno Amiet sind betroffen.
Es sprechen Viola Radlach, Kunsthistorikerin und Regula Berger, Kuratorin der Ausstellung und Fürsprecherin.
Um 19h findet eine öffentliche Führung statt.
Ohne Anmeldung, Ausstellungseintritt
Sonntagmorgen im Museum – Süss, rot, rund und knackigSonntag, 23. Oktober, 10h30 – 12hWas ist süss, rot, rund und knackig? Wir lösen das Rätsel auf und gehen der Frage nach, weshalb und wie Cuno Amiet dieses knackige Ding so oft gemalt hat.
Ein sinnlicher Workshop mit Besuch in der Ausstellung und Eigenaktivität im Atelier.
Ab 6 Jahren.
Für die Erwachsenen findet um 11h eine öffentliche Führung statt.
Anmeldung / Info: T 031 328 09 11 oder vermittlung@kunstmuseumbern.ch
Kosten: CHF 10.-
Kurs in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Bern
Cuno Amiet – Freude meines Lebens
Kurs zur Ausstellung im Kunstmuseum Bern zum 50. Todesjahr des Künstlers
4 x, je Mittwoch, 19., 26. Oktober, 2., 9. November 2011, 15h – 16h „Das Werk wird zu einem Kunstwerk, in welchem jede Einzelheit als eine Selbständigkeit existiert und zugleich hilft, dem Ganzen sein Gepräge zu geben.“
(Cuno Amiet)
Die Ausstellung zu Cuno Amiet (1868-1961) richtet den Fokus auf eine bisher wenig wahrgenommene, bedeutende Privatsammlung, deren Anfänge in den frühen 1930-er Jahren zu beobachten sind. 1933 suchte der jugendliche Eduard Gerber (1917-1995) erstmals Cuno Amiet auf der Oschwand auf. Über Jahrzehnte bestand nicht nur eine tiefe Freundschaft zwischen Eduard Gerber und der Familie Amiet, sondern entstand mit über hundert Werken eine der schönsten und bedeutendsten Amiet-Sammlungen. Sie umfasst Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken von den Anfängen bis hin zur letzten Schaffensphase. Es ist nicht zuletzt diese freundschaftliche Beziehung, die die Besonderheit der Sammlung und damit der Ausstellung im Kunstmuseum Bern ausmacht, das einige Werke nach Gerbers Tod als Legat entgegennehmen durfte. Von Amiets Schaffen, das nach einer ersten Ausbildung bei Frank Buchser gleichzeitig mit jenem des ebenfalls 1868 geborenen Giovanni Giacometti in München und Paris einsetzte, geht eine grosse koloristische und expressive Kraft aus, die in den Spätwerken eine eher entmaterialisierte Wirkung entfaltet.
Anmeldung / Info: Volkshochschule Bern: T 031 320 30 30, info@vhsbe.ch
Leitung: Anna Magdalena Schafroth, lic.phil., Kunsthistorikerin
Kosten: CHF 80.00 für 4–mal
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Cuno Amiet Liegender Frauenakt mit Blumen, 1912 Öl auf Leinwand 100 x 161 cm Kunstmuseum Bern

Cuno Amiet Bildnis Eduard Gerber, 1943 Öl auf Leinwand 46 x 38 cm Privatbesitz, Schweiz

Cuno Amiet Selbstbildnis, 1922 Öl auf Leinwand 60 x 55 cm Privatbesitz, Schweiz

Cuno Amiet Stillleben mit Ringelblumen und Äpfeln, 1923 Öl auf Leinwand 71 x 76 cm 60 x 55 cm Privatbesitz, Schweiz

Cuno Amiet Bildnis der Japanerin Kikou Yamata, 1932 Öl auf Leinwand 92 x 60 cm Privatbesitz, Schweiz

Cuno Amiet Strasse in München, 1887/88 Aquarell 11,3 x 17,7 cm Privatbesitz, Schweiz

Cuno Amiet Winterlandschaft, 1928 Öl auf Leinwand 55 x 60,5 cm Privatbesitz, Schweiz

Cuno Amiet Bildnis Anna Amiet in Gelb mit blumengeschmücktem Hut, 1906 Öl auf Leinwand 61 x 55,1 cm Kunstmuseum Bern


