Samstag, 26. Mai 2012, 19:37:49 Uhr

04. Mai 2011, 22:37

Stolze Leuchttürme, charmante Häfen und der meist befahrene Kanal der Welt!

Er gilt als Deutschlands schönster Leuchtturm: der Westerhever Leuchtturm. Wann immer das Gefühl von Weite, Seefahrts- und Küstenromantik aufkommt, rückt das rot-weiße Wahrzeichen der nordfriesischen Halbinsel Eiderstedt ins Bild. Dabei befindet sich das markante Gebäude in schönster Gesellschaft: 24 Leuchttürme reihen sich entlang der Nord- und Ostseeküste in Deutschlands nördlichstem Bundesland Schleswig-Holstein. Sie sind Zeugnisse der maritimen Kultur der Küste, häufig technische Denkmäler und manchmal Ort besonderer Momente. FOTO: An Bord der Passat in Travemünde - Arne Hoffmann.

Zürich, 4.5.11 Red. (mk) Etwa, wenn sich Verliebte in luftiger Höhe das Ja-Wort geben, wie auf den Leuchttürmen von Westerhever und Pellworm an der Nordsee oder auf den Leuchttürmen Falshöft und Dahmeshöved an der Ostsee. Letzterer wird auch als Licht der Freiheit bezeichnet, diente er doch während der deutsch-deutschen Teilung DDR-Bürgern als Orientierungspunkt bei Fluchten über die Ostsee. Historische Spuren finden sich auch im Alten Leuchtturm von Travemünde an der Ostseeküste. Bereits 1539 von holländischen Maurern erbaut, beherbergt der Turm heute ein maritimes Museum zur Geschichte der Leuchtfeuer. Das Licht ausgeknipst wurde dem Turm 1972 vom „Maritim“-Hochhaus. Das Hotel gilt mit 119 Metern nun als höchstes Leuchtfeuer der Welt. Weitere Informationen: www.sh-tourismus.de und www.sh-tourismus.de/de/kultur-maritim

Stolze Segler und praktische Fischerboote

Das Schifffahrtsmuseum im nordfriesischen Husum widmet sich der Küstenseefahrt. Hauptexponat ist das so genannte Uelvesbüller Wrack, die Überreste eines 400 Jahre alten Frachtseglers. Im romantischen Binnenhafen des Nordseestädtchens mit seinen bunten Häusern liegt auch der Nachbau eines Wattenmeer-Seglers wie er seit dem 11. Jahrhundert zum Fisch- und Krabbenfang eingesetzt wurde. Die „Ronja“ sticht mit Passagieren zu Segelreisen in See.

Von Zeiten, als die Seefahrt noch nach Salzwasser, Abenteuer und Romantik schmeckte, erzählt die 115 Meter lange Bark „Passat“. Das stolze Schiff gehörte einst zur Flotte der so genannten Flying P-Liner. Seinen letzten Heimathafen hat das denkmalgeschützte Schiff in Travemünde vor den Toren der alten Hansestadt Lübeck gefunden. In diesem Jahr wird der 100. Geburtstag der „Passat“ gefeiert. Mehr als 20 weitere Traditionssegler liegen im idyllischen Museumshafen von Lübeck. Wenig romantisch hingegen war der Alltag an Bord des U-Bootes U-995. Das deutsche Schiff aus dem Zweiten Weltkrieg liegt seit den 70er Jahren in Laboe bei Kiel als technisches Museum und Mahnmal gegen den Krieg an Land. Die Königlich Norwegischen Marine gab es 1965 als Zeichen der Versöhnung an Deutschland zurück. Bekannt wurde das U-Boot auch als Filmkulisse des Antikriegsfilms „Das Boot“.

Weitere Informationen: www.husum-tourismus.de; www.luebeck-tourismus.de; www.laboe.de

Traumschiffe auf Landgang

Zum Anfassen nah sind die Ozeanriesen, wenn sie den Nord-Ostsee-Kanal zwischen Brunsbüttel und Kiel passieren. An der Schiffsbegrüßungsanlage an der Rendsburger Hochbrücke werden alle Schiffe vorgestellt und mit ihrer Flagge und Nationalhymne begrüßt. Seit 1895 verbindet der 98,7 Kilometer lange Wasserweg die Nordsee mit der Ostsee. Mit täglich 110 passierenden Schiffen ist der Kanal die meist befahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Den Kanal aus Perspektive der Seefahrer erkunden können Interessierte an Bord eines Ausflugsschiffes. Entlang des Kanals reihen sich zudem weitere technische Besonderheiten wie die Rendsburger Eisenbahnhochbrücke, eine der größten und bedeutendsten Brücken Europas.

Mutige können in einer geführten Gruppe die 40 Meter hohe Aussichtsplattform erklimmen. Direkt unter der Hochbrücke findet sich Deutschlands einzige Schwebefähre. Sie hängt an zwölf Stahlseilen und transportiert auf diese Art Mensch und Gefährt kostenlos über den Kanal. In Brunsbüttel und in Kiel werden die Schiffe mit Hilfe imposanter Schleusenanlagen in Nord- oder Ostsee manövriert. Der Vorgänger des Nord-Ostsee-Kanals, der Alte Eiderkanal, ist in Teilen ebenfalls noch zu erleben. Er verband die Ostsee mit der Eider bei Rendsburg und ersparte Schiffen bereits seit 1784 den gefährlichen Weg durch den Skagerrak.

Weitere Informationen: www.nok-sh.de; www.bovenau.de

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