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28. März 2011, 22:24
Mainau-Blumenjahr 2011
„Auf Großvaters Gartenbank“ Eintauchen in eine andere Zeit
In unserer schnelllebigen Zeit bietet die Insel Mainau 2011 Gelegenheit zur Rückbesinnung auf traditionelle Werte, auch auf den einst bewussteren Umgang mit der Natur. Unter dem Motto „Auf Großvaters Gartenbank“ wird das Eintauchen in eine andere, vergangene Zeit möglich, werden Erinnerungen wach an das, was die Großeltern noch wussten, was unsere Kindheit begleitet hat und damit wert ist, nicht vergessen zu werden. Das Thema zieht sich durch das gesamte Angebot des Blumenjahrs 2011. Pflanzungen, Installationen, Veranstaltungen und Ausstellungen werden dazu beitragen, diese Erinnerungen wach zu halten oder wieder aufleben zu lassen. Die Palette reicht von fast vergessenen Gartenpflanzen und Feldfrüchten bis zu Großmutters Blumengarten und einer historischen Heuernte.
Zürich, 28.3.11 Red. (mk) „Eintauchen in eine andere Welt“ werden die Besucher der Insel Mainau in der Saison 2011. In eine Welt ländlich-romantischer Stimmungen, fast vergessener Pflanzen, traditioneller Bräuche. Einen ersten Eindruck dieser „anderen Welt“ vermittelt bereits die Blumenausstellung in der Schlosskirche St. Marien, die zum Auftakt des Blumenjahres unter dem Motto „Die Sprache der Blumen“ vom 25. März bis 10. April zeigt, was einst mit der Aufforderung „Sag’s mit Blumen“ gemeint war.
Im Sommer dreht sich alles um fast vergessene Gartenpflanzen. In den Beeten rund um die Blumenuhr im Ufergarten zum Beispiel präsentieren die Mainau-Gärtner die früher vielseitig verwendete gewöhnliche Wegwarte, die heute ein bescheidenes Dasein an Wegrändern fristet, dazu die Kulturformen dieses Korbblütlers, Chicorée und Radiccio. Im Kräutergarten wird an alte, fast vergessene Gemüsearten und -sorten erinnert, etwa an nahrhafte Wurzelgemüse wie Karotten, Steckrüben, Pastinaken, Schwarzwurzel oder Rettich. Dazu Blattgemüsesorten wie Kopfsalat, aber auch Schnitt- und Pflücksalat, Rübstiel und Mangold.
Und natürlich kommt auch Großmutters geliebter Blumen- und Bauerngarten zu Ehren. An der östlichsten Insel-Spitze unweit des Ufergartens wird in einem temporären Garten an all jene Blumen erinnert, die uns in unserer Kindheit erfreuten. Von der Akelei im Frühjahr über die Nelke in verschiedensten Varianten im Sommer bis zur vielseitigen Aster in Herbst und Winter, das alles flankiert von weiteren „alten“ Gartenblumen.
Fast vergessene Feldfrüchte sind das Thema der Herbstausstellung 2011 vom 23. September bis 23. Oktober im Palmenhaus. „Linse, Lein und Emmer – auf Großvaters Feld“ lädt zu einer Entdeckungsreise ein zu Gemüse- und Getreidesorten und -arten, die heute fast völlig in Vergessenheit geraten sind. Auch Tipps zur Verwendung werden mitgeliefert.
Und wer erinnert sich nicht an die Heuernte früherer Tage, als die gesamte Bauernfamilie mithelfen musste und die Kinder schließlich hoch oben auf dem Heuwagen zurück zum Hof fahren durften. Auch diesen Blick zurück gibt es 2011 auf der Mainau. Auf der Wiese entlang der Frühlingsstraße werden die Mainau-Gärtner die historische Heuernte wieder aufleben lassen.
Blumenjahr 2011
„Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne Orchidee“ ist der Titel der Orchideenschau im Palmenhaus, mit der traditionell das Mainau-Blumenjahr eröffnet wird. Die Ausstellung widmet sich vom 25. März bis 8. Mai vor allem der aus Südamerika stammenden Ochideengattung Cattleya, die bekannt ist für ihre großen Blüten und ihren betörenden Duft. Bei der Schau im Palmenhaus ranken sich diese üppigen Prachtexemplare um Mauern und Türme aus Tuff und vermitteln auf diese Weise ganz ungewöhnliche Einblicke.
Ein Highlight im Blumenjahr ist alljährlich der Rosenmonat Juni. Auf der Mainau präsentiert sich die Königin der Blumen in mehr als 1.200 Sorten entlang der Promenade der Wild- und Strauchrosen und im Italienischen Rosengarten, der bereits 1871 von Großherzog Friedrich I. von Baden am Fuß des Schlosses angelegt wurde. Die Schönste der Schönen wird im Rahmen der Wahl der Mainau-Rosenkönigin (10. bis 26. Juni) durch die Besucher ermittelt.
Eine Tradition jährt sich 2011 zum 60. Mal. Seit 1952 gibt es die Dahlienschau im Ufergarten, schon lange eines der Highlights im Mainau-Blumenjahr. Alljährlich entfalten über 12.000 Dahlien in mehr als 250 Sorten ein wahres Blütenfeuerwerk und kündigen farbenfroh den Herbst an. Und sie wetteifern um die Gunst der Besucher, die vom 2. September bis 3. Oktober entscheiden, welche Sorte Mainau-Dahlienkönigin des Jahres wird. Rund 30.000 bis 40.000 Besucher beteiligen sich jährlich an der Dahlienwahl, insgesamt wurden bis heute 46 Dahliensorten zur Mainau-Dahlienkönigin gekürt.
Saisonale Gärten
Von der „guten alten Zeit“ in die „schöne neue Welt“ geht es bei den Saisonalen Gärten. Diese auf eine Fläche von etwa 100 Quadratmetern beschränkten experimentellen Anlagen sind jeweils nur während einer Saison zu sehen. 2011 zeigen die fünf Gärten, wie sich Studentinnen und Studenten der Landschaftsarchitektur aus Nürtingen und Posen (Polen) unsere heutige Welt und die Zukunft vorstellen und welche Möglichkeiten, Chancen und Risiken sie damit verbinden.
Der neue Staudengarten
Im August 2010 eröffnet, lässt sich im neuen Staudengarten auf der Mainau in diesem Jahr erstmals der Ablauf der Jahreszeiten vollständig nachvollziehen. Stauden sind aus unseren heimischen Gärten nicht mehr wegzudenken. Robust, üppig blühend und mehrjährig sind sie die Lieblingspflanzen aller Hobby-Gärtner. Der neue Mainau-Staudengarten im Ufergarten unterhalb der Weinberg-Mauern bietet aber nicht nur verschiedene Beete mit je nach Jahreszeit unterschiedlichen Blütenhöhepunkten, sondern auch Wege, Plätze und Sitzmöglichkeiten. Eine Anlage, die zum entspannten Flanieren und Verweilen einlädt.
Mainau-Führungen
Die Insel Mainau, ihre Geschichte, ihre Besonderheiten etwas vertiefter kennen lernen, auch einen Blick hinter die Kulissen werfen können die Besucher bei fachkundigen Führungen. Zum Beispiel passend zum Jahresthema 2011 bei einem Blick in die Geschichte der Insel, bei Erzählungen und Anekdoten aus vergangen Zeiten. Zu erfahren ist aber auch Interessantes über die Familie Bernadotte und das Unternehmen Mainau. Gartenfreunde lernen Neues bei einem Rundgang zu den Pflanzenschätzen der Mainau oder bei einer gärtnerischen Fachführung. Über den Weinbau am Bodensee und auf der Mainau informiert ein Rundgang durch den Mainau-Weinberg einschließlich Weinverkostung.
Ein Paradies für Kinder
Die Insel Mainau bietet jede Menge Naturerlebnis, Spaß und Abwechslung für Kinder. Hier gibt es eines der größten Schmetterlingshäuser Deutschlands. Die Spielplätze „Wasserwelt“, „Blumis Uferwelt“ und „Zwergendorf“, welche zu den schönsten am Bodensee zählen, laden zum Toben und Entdecken ein. Und die Mainau zeigt sich bei den Eintrittspreisen familienfreundlich: Kinder sind bis einschließlich 12 Jahre gratis. 2009 wurde die Mainau mit der Qualitätsmarke „familien-ferien“ von der Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg und dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband ausgezeichnet. Das begehrte Siegel bekommen Orte und Betriebe, in denen Familien mit Kindern herzlich willkommen sind und in denen besonders attraktive Angebote auf sie warten.
Gräfliche Feste
Auch die Gräflichen Feste haben auf der Mainau inzwischen Tradition. Zum 10. Mal heißt es beim Gräflichen Inselfest 2011 wieder „Bummeln, Einkaufen, Genießen“. Vom 2. bis 5. Juni präsentieren internationale Aussteller rund um das Schloss und im Rosengarten vielerlei Accessoires für Haus und Garten, für Lifestyle und Wellness. Zum umfangreichen Rahmenprogramm gehören Hut-Modenschauen sowie viel Unterhaltsames für die kleinen Besucher.
„Noblesse Oblige“ gilt dann wieder beim Gräflichen Schlossfest. Das Einkaufserlebnis der besonderen Art im barocken Mainau-Schloss bietet vom 30. September bis 3. Oktober Auserlesenes und Exklusives zu den Themen Schmuck, Mode, Design und lockt wieder mit Hut-Modenschauen und allerlei Spezialitäten der Mainau-Gastronomie.
„Verliebt, Verlobt, Verheiratet“
Hochzeit auf der Insel Mainau, das ist der ganz besondere Rahmen für den schönsten Tag im Leben. Und es ist alles vorhanden für einen außergewöhnlichen Tag: der Rote Salon im Schloss für die standesamtliche, die barocke Schlosskirche für die kirchliche Trauung. Der Aperitif kann im Italienischen Rosengarten mit Blick über den Bodensee oder im Palmenhaus stattfinden. Für Empfang und Festessen stehen die entsprechenden Räumlichkeiten mit bis zu 300 Plätzen zur Verfügung. Was sonst noch zum schönsten Tag im Leben gehört, präsentieren am 5. und 6. November zahlreiche Aussteller bei der Hochzeitsmesse auf der Mainau. Die Palette reicht von der Mode für Braut und Bräutigam über kunstvolle Frisuren, Schmuck, Kosmetik bis zur Blumendekoration und dem musikalischen Rahmenprogramm. Bei einem Gewinnspiel für Brautpaare winkt ein Hochzeitsarrangement auf der Mainau.
Nachhaltigkeit
Auf der Insel Mainau haben Umweltschutz und Nachhaltigkeit einen hohen Stellenwert. Dies nicht nur aus Überzeugung, sondern auch der Tradition verpflichtet. Grundstein für diese Haltung ist die „Grüne Charta von der Mainau“, die am 20. April 1961, also vor 50 Jahren, von Graf Lennart Bernadotte bei den fünften Mainauer Gesprächen verkündet und von 16 Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft unterzeichnet wurde. Die Grüne Charta stammt also aus einer Zeit, als Umweltschutz in Politik und Wirtschaft noch kaum ein Thema war. Heute ist dieses Manifest mit seinen zwölf Forderungen zur Sicherung gesunder Lebensgrundlagen für die Bevölkerung von allen Nationen anerkannt.
Nachhaltigkeit ist auch das Thema der Ausstellung „Entdeckungen“, die vom 20. Mai bis 4. September einer breiten Öffentlichkeit Informationen darüber vermitteln will, was Nachhaltigkeit im Alltag bedeutet. Die von Kuratorium und Stiftung für die Lindauer Nobelpreisträgertagungen sowie der Mainau GmbH organisierte Ausstellung ist für drei Jahre konzipiert. Nach den Themen „Wasser“ im Jahr 2009 und „Energie“ im vergangen Jahr, geht es 2011 um die Zukunftsfragen einer nachhaltigen Gesundheitsforschung.
Vorträge zum Thema „Erneuerbare Energien“ stehen vom 9. bis 11. September auf dem Programm. Dazu wird ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für Familien geboten. Außerdem können an allen Tagen die Energieversorgungs-Anlagen der Mainau besichtigt werden, darunter auch die seit 1997 betriebene Holzhackschnitzelheizung.
Mainau-Kultur
Kultur hat auf der Insel Mainau einen hohen Stellenwert. 2011 gehört dazu ab 7. Mai die Ausstellung mit Stahlskulpturen des Bildhauers Thomas Röthel im Mainau-Park.
Auf eine virtuelle Weltreise werden die Besucher bei der Erlebnisausstellung des Kinderhilfswerks Plan International entführt. „Weil wir Mädchen sind ...“ zeigt vom 8. Juli bis 11. September Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Die Reihe „Jazz unter Palmen“, die vom Europäischen KulturForum Mainau e.V. 2008 erfolgreich gestartet wurde, wird auch 2011 fortgesetzt, am 10. Juni mit der Sängerin Anne Czichowsky und ihrer Band sowie am 26. August mit dem Joachim-Staudt-Quartett. Weitere Termine unter www.mainau.de.
Unter dem Motto „Klingende Mainau“ gibt es am 14. Mai im Mainau-Park wieder ein musikalisches Stelldichein musizierender Schulgruppen und Laienmusik-Ensembles aus Baden-Württemberg. Die „Mainau Melodie“ erklingt in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal. Am 17. Juli gestalten Mitwirkende von Kinder- und Jugendchören, Orchestern und Instrumentalgruppen aus Baden-Württemberg auf der Open-Air-Bühne im Schlosshof sowie in der Schlosskirche einen musikalischen Bilderbogen. Die „Mainau Melodie“ wird veranstaltet vom Europäischen KulturForum Mainau e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landesmusikverband Baden-Württemberg, der Stiftung „Singen mit Kindern“ und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport.
Mainau Akademie
Die Mainau versteht sich seit jeher auch als ein Ort der Naturerziehung, des bewussten Natur-Erlebens und des Gärtnerns. Wie diese Themen im Alltag umgesetzt werden können, vermitteln Seminare der Mainau Akademie. Die Palette reicht vom Orchideenseminar über optimale Bedingungen für Kübel- und Zitruspflanzen bis zum Rosenpraktikum. Der Natur näher kommen Teilnehmer auch beim Makrofotografie-Workshop oder dem Wünschelrutenseminar.
Mainau-Gastronomie
Ein wichtiger Bestandteil der Insel ist die Gastronomie mit Schwedenschenke, Comturey-Keller, Rothaus Seeterrassen, Schlosscafé, Mainau-Träff, Würstle-Grill und Schmetterlingsbistro. Schwerpunkt des Angebots sind regionale Spezialitäten der jeweiligen Jahreszeit, zum Beispiel Spargelwochen im Frühjahr, „Pfifferlinge & Co“ oder „Wild und Kürbis“ im Spätsommer und Herbst. Beliebt sind auch die Soireen mit Musik und künstlerischen Darbietungen: die Orchideen-Soiree im Palmenhaus (30. April), die Rosen-Soiree im Restaurant Schwedenschenke (18. Juni), oder die Dahlien-Soiree im Comturey-Keller (9. September).
Ab Oktober stehen dann wieder die Winter-Klassiker auf dem Programm: Sonntags-Brunch im Comturey-Keller sowie ab dem 17. November das traditionelle, sechsteilige Schwedische Weihnachtsbuffet. Im Palmenhaus gibt es im Anschluss an das Lucia-Singen in der Schlosskirche (12. Dezember) und beim Lucia-Fest (13. Dezember) ebenfalls ein festliches Weihnachtsbuffet.
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