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09. Juni 2010, 13:42
Ich sehe, also weiss ich (nicht)
Eröffnung: Donnerstag, 10.6.2010, 18h30
Das Kunstmuseum Bern zeigt Werke aus seiner Sammlung an internationaler Gegenwartskunst. Mit der kokettierenden Aufforderung „Don’t look now“ – jetzt also nicht hinzusehen – , werden Werke präsentiert, die sich mit den Themen Sehen, Sichtbarkeit, Unsichtbarkeit und der visuellen Wahrnehmung an sich befassen.
Brüttisellen, 9.6.2010 Red. (mk) Dies ist die erste Präsentation einer thematischen Reihe, die die internationale Sammlung von Gegenwartskunst des Kunstmuseums Bern sichtbar macht. Weil es für eine ständige Sammlungspräsentation von zeitgenössischer Kunst an Platz mangelt, sind diese reichen Bestände nicht immer zu sehen.
Allzu oft heisst es dann für Interessierte: Schaut jetzt nicht hin, es gibt sowieso wenig Zeitgenössisches zu sehen.
Unsichtbares sichtbar machen Das Motto „Don’t look now“ ist dem gleichnamigen Filmklassiker von Nicolas Roeg (1973) entlehnt. Der Film thematisiert die Tatsache, dass das Entscheidende oft nicht zu sehen ist oder übersehen werden kann. So fällt der Protagonist im Film dem Unglück zum Opfer, obschon die Warnungen unübersehbar waren. Das widersprüchliche Motto verweist auf die zentrale Rolle der visuellen Wahrnehmung beim Betrachten von Bildender Kunst. Die Werke in der Ausstellung thematisieren das Sichtbarmachen des Unsichtbaren oder des nicht Darstellbaren. Einige Werke beschäftigen sich mit der Wahrnehmung an sich. Andere laden zwar zum Hinschauen ein, geben aber „nichts“ zu sehen. Das Eigentliche nicht gesehen zu haben, ist eine Erfahrung, die sich beim Betrachten von zeitgenössischer Kunst einstellen kann. Man sieht hin und sieht doch nichts.
Der unsichtbare Moment der Erkenntnis
So kreist die Ausstellung um die Frage, wie zeitgenössische Bildende Kunst den Betrachter zu Erkenntnis führt und wie sie mit dem Unsichtbaren umgeht. Sehen, zu Sehen geben, Sehen verunmöglichen, Unsichtbarkeit, Sichtbarkeit – diese Begriffe werden lustvoll erkundet, indem die Werke einander gegenübergestellt werden.
Die Werke stammen aus den Beständen und Dauerleihgaben der am Kunstmuseum Bern domizilierten Stiftungen Stiftung Kunsthalle Bern, Stiftung Kunst Heute, Stiftung GegenwART, Bernische Stiftung für Fotografie, Film und Video (FFV), Hermann und Margrit Rupf-Stiftung, sowie aus den Beständen der Schenkung des verstorbenen Galeristen Toni Gerber und des Kunstmuseum Bern selbst.
Mit Werken von: Silvia Bächli, Herbert Brandl, Stefan Brüggemann, James Lee Byars, Hans Danuser, Joel Fisher, Ceal Floyer, Pia Fries, Christian Marclay, Olivier Mosset, Yves Netzhammer, Boris Nieslony, Meret Openheim, Nam June Paik, Markus Raetz, Tracey Rose, Christoph Rütimann, Adrian Schiess, Bill Viola, Rémy Zaugg.
Öffentliche Führungen
Sonntag, 11h 13. Juni, 11. Juli, 15. August, 12. September, 10. Oktober 2010
Reihe Zeitfenster: Einen Augenblick Zeit, um genauer hinzuschauen?
jeweils letzter Dienstag im Monat, 18h bis 19hEinmal im Monat nehmen wir ausgewählte Werke der Gegenwartskunst unter die Lupe und unterhalten uns über Sichtbares, Verstecktes, Überraschendes, Erfahrenes, Aufregendes, Ästhetisches, Irritierendes und Unsichtbares.
Veranstaltungen im Rahmen von „Zeitfenster“:
29. Juni: Director’s Choice: Matthias Frehner und Kathleen Bühler im Gespräch 27. Juli: Kathleen Bühler im Gespräch mit Pia Fries 28. September: Isabel Fluri im Gespräch mit Christoph Rütimann 26. Oktober: Isabel Fluri im Gespräch mit Silvia Bächli 30. November: Kathleen Bühler im Gespräch mit Hans Danuser
Filmvorführungen im Kino Kunstmuseum
„Don’t Look Now“ (Nicolas Roeg, I/GB
1973, 110 Min., Edf, 35mm, Farbe)
Samstag, 12. Juni 2010, 20h30
Montag, 14. Juni 2010, 20h30
Montag, 21. Juni 2010, 20h30
Kunstmuseeum Bern
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