Samstag, 26. Mai 2012, 19:26:29 Uhr

14. Mai 2010, 17:23

Nicht nach Thailand - Das EDA rät von Reisen nach Thailand ab

Reisen nach Thailand sind mit gewissen Risiken verbunden.

Die Opposition führt seit dem 11. März 2010 in Bangkok täglich Grossdemonstrationen durch. Die Demonstrationen finden in ständig wechselnden Stadtteilen statt und blockieren vorübergehend wichtige Strassen. Seit dem 10. April 2010 haben Zusammenstösse zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten sowie Anschläge mit Granaten mehrere Todesopfer und zahlreiche Verletzte gefordert. Über den Grossraum Bangkok sowie einige Provinzen im Zentrum, im Norden und Nordosten des Landes ist der Ausnahmezustand verhängt worden.

14.5.2010 Brüttisellen, Red (mk) Seit dem 13. Mai 2010 versuchen die Sicherheitskräfte, das von den Demonstranten besetzte Gebiet im Geschäftszentrum von Bangkok abzuriegeln. Es kommt erneut zu bewaffneten Zwischenfällen.

Die politischen Spannungen spitzen sich zu, so dass eine weitere Eskalation der Lage in Bangkok nicht ausgeschlossen werden kann. Verkehrsbehinderungen, Demonstrationen, Ausschreitungen und Sabotageakte sind aber auch in anderen Landesteilen möglich (namentlich im Norden und Nordosten).

Die Schweizerische Botschaft in Bangkok befindet sich in unmittelbarer Nähe des Geschäftszentrums. Der Zugang kann für Besucher vorübergehend erschwert sein.

Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen nach Bangkok wird abgeraten (Flugtransite sind weiterhin möglich).
Lassen Sie bei Reisen im ganzen Land erhöhte Vorsicht walten.

Siehe auch Kapitel grundsätzliche Einschätzung.

Individualreisenden wird empfohlen, die Schweizerische Botschaft in Bangkok über ihren Aufenthalt zu informieren und folgende Angaben mitzuteilen: Personalien, Reiseplan sowie Kontaktadressen in Thailand und in der Schweiz.
# ban.vertretung@eda.admin.ch

Grundsätzliche Einschätzung

Wegen der anhaltenden politischen Krise finden in Thailand und besonders in Bangkok immer wieder grössere politische Demonstrationen statt. Im November 2008 und April 2009 forderten gewalttätige Ausschreitungen mehrere Verletzte und Tote. Im November 2008 wurden ausserdem in Bangkok mehrere Attentate auf die Demonstranten verübt, und Demonstranten blockierten die internationalen Flughäfen.

Seit Anfang November 2009 nehmen die Spannungen zwischen den beiden politischen Lagern erneut zu. Es muss im ganzen Land vermehrt mit Demonstrationen gerechnet werden. Dabei kann es zu Ausschreitungen kommen. Während Ausschreitungen kann die Regierung den Ausnahmezustand verhängen. Dies bedeutet, dass zum Beispiel Versammlungen von mehr als fünf Personen verboten sind und die Medienfreiheit eingeschränkt werden kann. Streiks können nicht ausgeschlossen werden. Als Folge von Demonstrationen und Streiks kann es zu erneuten Verkehrsbehinderungen kommen, auch im internationalen (Luft-)Verkehr.
Im Falle von Verkehrsbehinderungen durch Unruhen oder Streiks bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die schweizerische Botschaft in Bangkok hat bei Verkehrsbehinderungen nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Aus- oder Weiterreise.

Im ganzen Land kann das Risiko von Terroranschlägen nicht ausgeschlossen werden. Lassen Sie Vorsicht walten, besonders in den bekannten touristischen Vergnügungsstätten, auf Märkten und bei Sehenswürdigkeiten. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.

Halten Sie sich über die Medien auf dem Laufenden, und befolgen Sie die Anweisungen der thailändischen Behörden. Planen Sie genügend Zeit und finanzielle Mittel ein. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Reiseveranstalter, und meiden Sie Demonstrationen und grössere Menschenansammlungen jeder Art.
Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften und Reisebüros.

Spezifische regionale Risiken

Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.

Bangkok: In Bangkok finden seit Ende August 2008 grössere politische Demonstrationen statt. Dabei ist es wiederholt zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Seit dem 13. Mai 2010 versuchen die Sicherheitskräfte, das von den Demonstranten besetzte Gebiet im Geschäftszentrum abzuriegeln: Ratchaprasong, Lumpini, Chidlom, Ploen Chit, Pratu Nam, Pathumwan, Sala Daeng. Von Touristenreisen nach Bangkok wird abgeraten (Flugtransite sind weiterhin möglich).

Süden des Landes: In den Provinzen Pattani, Yala, Narathiwat und Songkhla werden seit einigen Jahren und mit zunehmender Intensität Anschläge durch radikale muslimische Gruppierungen verübt. Die Anschläge richten sich vor allem gegen öffentliche Einrichtungen (Polizei, Eisenbahn, Schulen etc.). Auch unbeteiligte Zivilisten werden Opfer von Gewalttaten. Seit Ende 2007 werden vermehrt Anschläge auf Hotels oder Märkte verübt. Es ist zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften gekommen. Von Reisen in die Provinzen Pattani, Yala, Narathiwat und Songkhla wird abgeraten.
In der Provinz Satun ist erhöhte Vorsicht geboten. Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien und bei den lokalen Behörden über die aktuelle Situation.

Alle Grenzzonen: In allen Grenzzonen sind noch einzelne Minenfelder vorhanden. Halten Sie sich an die häufig benutzten Strassen und informieren Sie sich im Zweifelsfall bei den lokalen Behörden und/oder der Bevölkerung.

Grenzgebiet zu Myanmar: In den ländlichen Gebieten sind teilweise bewaffnete Banden aktiv. Lassen Sie sich bei Ausflügen ausserhalb der Städte von einem erfahrenen, lokalen Reiseführer begleiten.

Grenzgebiet zu Kambodscha: Der Grenzkonflikt um den Tempel Preah Vihear im Osten des Landes hat sich zugespitzt. Thailändische und kambodschanische Truppen stehen sich beim Tempel gegenüber. Am 15. Oktober 2008 kam es zu einem Schusswechsel. Meiden Sie das Gebiet um den Tempel Preah Vihear grossräumig.

Mehr Auskunft EDA

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