Mittwoch, 8. Februar 2012, 12:30:29 Uhr

24. März 2010, 21:15

Flucht ins Paradies

Das Kunstmuseum Bern zeigt erstmals in der Schweiz eine grosse Einzelausstellung des viktorianischen Malers und Zeichners Edward Burne-Jones. Mythen, Sagen und Legenden werden in seinen Werken lebendig. In seiner überwältigenden Malweise stellt Burne-Jones eine Welt voller Schönheit dar. Die Ausstellung wurde zusammen mit der Staatsgalerie Stuttgart konzipiert und präsentiert das vielseitige Schaffen von Burne-Jones mit grossformatigen Gemäldezyklen, Zeichnungen, Möbeln und Glasfenstern. **Titelbild - Edward Burne-Jones Der Prinz betritt den Dornenwald, 1869 Öl auf Leinwand, 107 x 183 cm Houghton Hall Collection.

24.3.2010 Brüttisellen (mk) Edward Burne-Jones (1833-98), einer der Hauptvertreter der Präraffaeliten, wird in dieser gross angelegten mono- grafischen Schau erstmals in der Schweiz präsentiert. In Kontinentaleuropa wurde die viktorianische Kunst bisher vernachlässigt, was eine Reise nach Grossbritannien unum- gänglich machte, wollte man sich mit Werken dieser Epoche vertraut machen. Die Ausstellung, die zusammen mit der Staatsgalerie Stuttgart konzipiert wurde, vereint rund hundert Gemälde und Zeichnungen, Möbel und Glasfenster dieses faszinierenden Meisters des englischen Symbolismus. Im Kunstmuseum Bern wird zudem ein Bezug zum Symbolismus des Zeitgenossen Ferdinand Hodler geschaffen.

Eine Entdeckung auch für Fantasy-Begeisterte

Der Titel der Ausstellung verweist auf eine der wichtigsten literarischen Quellen, aus der Burne- Jones die Inspiration für seine erzähler-ischen Zyklen bezog, William Morris’ Erfolgsbuch The Earthly Paradise (1868). Morris, seit der gemeinsamen Studienzeit in Oxford engster Freund, Weggefährte und Geschäftspartner von Edward Burne-Jones, erzählt darin altnordische, mittelalterliche und klassische Sagen und Legenden neu.

Gleichzeitig spielt der Titel auch auf Burne-Jones’ Anliegen an, mit den Mitteln der Kunst einen Gegenentwurf zum Alltag der viktorianischen Zeit zu schaffen, die von den Auswirkungen der industriellen Revolution geprägt war. Burne-Jones flüchtete sich mit seiner Kunst vor Moral-vorstellungen und gesellschaftlichen Zwängen in eine phantastische Welt der Sagen und Märchen, die bevölkert ist mit Rittern, Zauberern, Drachen und Prinzessinnen, Feen, Göttern und verführerischen Frauen. Diese Welten gleichen den Fantasy-Universen in den Geschichten von Harry Potter oder von Herr der Ringe bei J.R.R. Tolkien. So vermag Burne-Jones’ Werk heute nicht nur Kunstkenner, sondern auch jugendliche Abenteurer und Glücksucher in seinen Bann zu ziehen.

Grosse Themen in grossen Gemälden

Der ehemalige Theologie-Student Burne-Jones zeigt den Menschen stets auf einer Art Pilgerreise auf dem Weg zu seinem letzten irdischen oder himmlischen Zustand. Immer wieder fragt er nach den grossen Themen wie Schuld und Sühne, die Suche nach dem Sinn des Lebens, Schönheit und Vergänglichkeit, Glück und Unglück. Burne-Jones stellt die phantastischen Themen oft in erzählerischen Zyklen von mehreren Bildern dar, ähnlich der heutigen Comicstrip-zeichnung. Neben der Perseus-Folge sind weitere wichtige Bilderzählungen in der Ausstellung zu sehen: Der grossfor-matige Zyklus zu Amor und Psyche oder die vierteilige Pygmalion-Serie. Aus mittelalterlichen Quellen entwickelte er den christlichen Georgs-Zyklus, die märchenhaft und intensiv farbigen Dornröschen-Darstellungen und die erschütternde Darstellung der Seelen am Ufer der Styx.

Die Ausstellung

Eröffnung: Donnerstag, 18.3.2010, 18h30
Kuratoren: Matthias Frehner (Direktor Kunstmuseum Bern) und Simon Oberholzer (Gastkurator)
Ausstellungsarchitektur: Ulrich Zickler

Eintrittspreis: CHF 18.-/14.-

SBB RailAway-Kombi:

Profitieren Sie von 20% Ermässigung auf Bahnfahrt und Eintritt. Das SBB RailAway-Kombi ist am Bahnhof oder beim Rail Service 0900 300 300 (CHF 1.19/Min.) erhältlich. Weitere Informationen unter www.sbb.ch/ausstellungen

Öffnungszeiten: Montag geschlossen / Dienstag 10h - 21h / Mittwoch bis Sonntag 10h - 17h.

Ab 20.5, Donnerstag jeweils 10h – 21h.

Spezielle Öffnungszeiten: Karfreitag 2.4.2010, geschlossen; Ostern 4./5.4.2010, 10h – 17h;
Auffahrt 13.5.2010, 10h – 17h; Pfingsten 23./24.5.2010, 10h – 17h

Katalog
Edward Burne-Jones – Das Irdische Paradies. Hrsg. von Staatsgalerie Stuttgart und Kunstmuseum Bern. Deutsch und Englisch. Mit Texten von John Christian, Christofer Conrad, Matthias Frehner, Fabian Fröhlich, Vera Klewitz, Peter
Nahum, Simon Oberholzer, William Waters, Katharina Wippermann und Annabel Zettel. Mit 274 Abbildungen, 232 Seiten. Hatje Cantz Verlag. CHF 49.-

Agenda

Öffentliche Führungen in Deutsch: Sonntag, 11h: 21./28. März, 4./11./18./25. April,2./16./30. Mai, 6./20./27. Juni, 18./25. Juli und Dienstag, 19h: 23./30. März, 6./13./20./27.
April, 4./25. Mai, 15. Juni, 6./20. Juli

Sonntagmorgen im Museum: Kinderworkshop parallel zur öffentlichen Führung, Sonntag,10h30 – 12h: 21. März , 2. Mai, 30. Mai, 6. Juni, 27. Juni, ab 6 Jahren, CHF 10.-,

Anmeldung:
vermittlung@kunstmuseumbern.ch , T 031 328 09 11
Schön-schaurige Bilderwelten: Ein Nachmittag für die ganze Familie:
Sonntag, 30. Mai,
14h – 17h, CHF 10.- pro Person
Einführungen für Lehrpersonen: Dienstag, 23. März, 18h und Mittwoch, 24. März, 14h

Literarische Führungen mit Michaela Wendt: Sonntag, 13h: 28. März, 30. Mai, 20. Juni und Dienstag, 18h: 6. April, 4. Mai, 15. Juni

Magic Spielturnier: Das DracheNäscht im Kunstmuseum:

Sonntag, 6. Juni und 27. Juni
2010, 12h - 17h, für Jugendliche, Anfänger sind willkommen, Eintritt frei.
Kunstmuseeum BERN

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Edward Burne-Jones Das schlafende Dornröschen, 1894/95 Öl auf Leinwand, 126 x 237 cm Dublin City Gallery The Hugh Lane

Edward Burne-Jones Die Erfüllung des Schicksals, 1885–1888 Öl auf Leinwand, 155 x 140,5 cm Staatsgalerie Stuttgart © Foto: Staatsgalerie Stuttgart

Edward Burne-Jones, Das Schreckenshaupt, 1885–1887, Öl auf Leinwand, 155 x 130,5 cm, Staatsgalerie Stuttgart © Foto: Staatsgalerie Stuttgart