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27. Juli 2009, 14:55
Das neue Museum Kunst der Westküste auf Föhr
Das neue Museum Kunst der Westküste auf Föhr widmet sich der künstlerischen Annäherung an Meer und Küste - Feierliche Eröffnung am 31. Juli mit freiem Eintritt am 1. und 2. August 2009.
Brüttisellen, 26.7.09 (mk) (sh-na) „Nee, einmal hatten wir einen Maler, wir wollen nie wieder einen hier haben!“ Kapitäns-Frau und Gastwirtin Grethjen Hayen hatte scheinbar nicht viel Freude mit Jakob Alberts, der um 1900 in ihrem Gasthof auf Föhr abgestiegen war. „Grethjens Gasthof“ in Alkersum blieb trotzdem Künst-ler-Treffpunkt – das einzigartige Licht auf der Nordsee- insel und die von der Industrialisierung unberührte Landschaft zog Maler wie Otto Heinrich Engel, Mitbegründer der Berliner Secession und Ludwig Dettmann auf das abge- legene Eiland.
Ab 31. Juli sind ihre Werke und die vieler weiterer norddeutscher und skandinavischer Maler des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts dauerhaft im neuen Museum Kunst der Westküste zu sehen, das sich um Grethjens Gasthof herum gruppiert.
Die Hallig-Bilder von Jakob Alberts, der Grethjen Hayen so verstimmte, sind ebenso zu sehen wie Werke von Max Lieber- mann, Max Beckmann, Emil Nolde, Edvard Munch, Anna und Michael Ancher, Christian Krohg, Jozef Israëls, Hendrik Willem Medsag und den nordfriesischen Malern Otto Heinrich Engel und Hans P. Feddersen. Badende in der Brandung, Strandspaziergänger in der Sommerfrische, wettergegerbte Fischer oder an Edgar Allen Poes „Mahlstrom“ erinnernde, düstere Strudel Norwegens – die Eröffnungsausstellung „Von Bergen bis Bergen“ zeigt mit über 250 Gemälden die ganze Bandbreite der Sammlung mit maritimen Motiven von Bergen aan Zee in den Niederlanden bis über Bergen in Südnorwegen hinaus. Egal, ob Sehnsucht nach Weite, Faszination, Schrecken, Idealisierung oder Eskapismus im Mittelpunkt der maritimen Motive steht - beim Betrachten der Bilder unter dem Giebel einer ehemaligen Reetdachscheune können Museums besucher sofort nachvollziehen, was die Maler so sehr am Norden faszinierte.
Das ganz besondere Licht, das die Künstler hierher lockte, erleuchtet auch die Räumlichkeiten. Lichtspiele, weicher Kalkstein, breite Eichenbalken und Eichenparkett schaffen luftig-leichte Räume, die den Besucher direkt in der Föhrer Sommerfrische abholen. Über die 30 Meter lange Installation „Light Bridge“ des zeitgenössischen Medienkünstlers Mischa Kuball geht es über künstlich generiertes fließendes Wasser in den Ausstellungssaal norwegischer Kunst. Der Raum, der sich den Werken von Munch, Dahl, Krohg und anderen widmet,
muss sich architektonisch den Gegebenheiten Nordfrieslands anpassen: Da die Landschaft hier von Geest und Marsch geprägt ist, muss er einen Höhenunterschied von drei Metern überwinden. Auf kleine Museumsbesucher wartet die „Blaue Stube“, welche die Tradition der friesischen Stuben aufgreift und als Ort der Begegnung und Tauschbörse von Geschichten dient: Hier kann eine Flaschenpost abgeschickt, Seemannsgarn gesponnen oder das „Blaue vom Himmel“ ver- sprochen werden.
Entworfen wurden die fünf Saalbauten von dem renommierten Architekten Gregor Sunder-Plassmann, der den mehrgliedrigen Museumskomplex zu einem harmonischen Ganzen aus Tradition und Moderne zusammenfügt und stimmig in eines der ältesten Friesendörfer Föhrs integriert. Ein wichtiger Bestandteil der Museumsanlage ist auch Grethjens Gasthof, der mit vielen architektonischen Zitaten an skandinavische Herren häuser aus der Zeit um 1900 und an das Originalhaus an seinem ursprünglichen Standort wieder errichtet wurde. Das lichtdurchflutete Restaurant mit dem wunderschönen Museums-garten soll wie zu Zeiten seiner resoluten Besitzerin wieder zum sozialen Kern des Dorfes werden – und Künstlern und Kunstfreunden Raum für neue Gedanken und zum nAustausch geben.
Stifter des Museums Kunst der Westküste ist der Unternehmer Frederik Paulsen, dessen Vorfahren von Föhr stammen und der seine derzeit über 480 Arbeiten umfassende Sammlung nun der Öffentlichkeit zugänglich macht.
Öffnungszeiten:1. März – 30. September täglich außer Montag 10 – 17 Uhr, Donnerstag 10 – 20 Uhr, 1. Oktober – 14. Januar täglich außer Montag 12 – 17 Uhr, 15. Januar – 28. Februar geschlossen. Eintrittspreise: 6 Euro für Er- wachsene, ermäßigt 3,50 Euro.
Am 1. und 2. August 2009 können Besucher das neue Museum bei freiem Eintritt entdecken.
Museum Kunst der Westküste, Hauptstraße 7, 25938 Alkersum / Föhr, Tel. 04681/74740-0, info@mkdw.de, www.mkdw.de
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