Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:26:29 Uhr

09. April 2009, 22:40

Karneval in Aalborg – Sexy und Gaga

Wer will im Mai an den Karneval nach Dänemark?

Ein Bericht aus dem vergangenen Jahr 2008 über den ausgelassensten, närrischsten Tag im Land der Legobausteine
Diesjähriges Motto vom 16. bis 23. Mai 2009: La Dolce Vita

Aalborg, 9.4.09 (mk) Aalborg, 9. April 2009 (vdk) Endlich ist „er“ da - der Tag der Tage, auf den ich mich so lange gefreut hatte: der Karneval in Aalborg 2008. Neun Monate lang hatte ich den Karneval in Aalborg mitorganisiert, ihn neun Monate lang kennen und lieben gelernt. Ich sah tausende Bilder, zahlreiche Videos und war Teil der Organisation. Es war, als ob ich den Karneval wie meine eigene Westentasche kennen würde, obwohl ich ihn noch nie besucht hatte. Es schien, als würde ich genau wissen, was mich erwarten sollte. Doch weit gefehlt! Wie ich im Nachhinein feststellte, durfte ich mich eines besseren belehren lassen: der Karneval hat all meine Erwartungen weit übertroffen! Bilder sagen oftmals mehr als Worte. Doch nichts geht über die Atmosphäre am Karneval selbst, der die ganze Stadt mit einem bunten, fröhlichen und ausgelassenen, närrischen Virus infiziert.

Es ist Samstagmorgen gegen neun Uhr, als mich die ersten feierlichen Stimmen durch mein Wohnungsfenster erreichen. Kurios schaue ich aus dem Fenster auf die Hauptstraße, wo ich „Adam und Eva“, „Aladin und Prinzessin Jasmin“, „Nikolausi“ und die „Ghostbusters“ erblicke. Ein Lächeln macht sich in meinem Gesicht breit. Ich realisiere, der große Karnevalsumzug steht vor der Tür. So lange hatte ich auf dieses Wochenende gewartet, so lange daraufhin gefiebert. Ich bin aufgeregt und frage mich, wie die „Große Parade“ wohl werden wird - wie der größte Karneval Nordeuropas mit seinen 25.000 Umzugsteilnehmern werden wird. Ich schwelge in Gedanken, doch lange bleibt mir nicht, zu träumen.

In der Zwischenzeit ist unser Besuch aufgewacht. Zwei Freunde aus Deutschland und zwei Freunde meines Liebsten aus England sind angereist, um das Karnevalsspektakel mitzuerleben. Wir nehmen ein spärliches Frühstück samt starkem Kaffee zu uns, danach machen wir uns auch schon ans Verkleiden. Schließlich erwarten wir jeden Augenblick unsere Freunde hier aus Aalborg..

Ich kann nur sagen: „Wenn man vom Teufel spricht“ - und dann auch noch im wahrsten Sinne des Wortes. Inzwischen tummeln sich „Teufelchen“, „Superman“, „Bob Marley“ und Co. in unserer Wohnung. Knapp 20 Narren sind in bester Feierlaune und machen sich vollends für das Karnevalsfest startklar. „Schlumpfine“ vollendet noch schnell ihr Make-up während sich „Superman“ seine Strumpfhosen vor dem Spiegel zurechtzupft.

Die Stimmung ist gut, sehr gut. Nach den letzten Feinschliffen und einem Gruppenfoto ist erst einmal packen angesagt. Getränke, Snacks, Jacken und Taschen müssen im närrisch dekorierten Einkaufswagen verstaut werden. Dann geht es auch schon los. Wir machen uns, wenn auch gut eine Stunde zu früh, auf den Weg zum Umzugsstartpunkt „Vejgaard Torv“, einer der drei Startpunkte der „Großen Parade“.

Alles ist erlaubt

Als wir nach ein paar Minuten unser Ziel erreichen, stelle ich zu meinem Erstaunen fest, dass auf dem Vejgaard Torv Platz bereits buchstäblich die Hölle los ist. Der gesamte Platz samt den einmündenden Straßen ist wie bei einem Top-Act-Konzert menschengefüllt. Hier müssen sich mindestens viertausend Jecken eingefunden haben. Was für ein beeindruckendes Bild, all die Narren und die überwiegend selbst gemachten, kreativen Kostüme zu sehen, ja sogar selbst gemachte Karnevalswagen kann ich ausmachen. Ich denke, die Motivation, soviel Zeit und Leidenschaft in Kostüme und Karnevalswagen zu investieren, liegt sicherlich darin, dass jeder beim Faschingsumzug mitmachen kann. Sprich, alles ist erlaubt, jeder kann seiner Kreativität freien Lauf lassen und seine Resultate den Zuschauern präsentieren. Ganz getreu dem Karnevalsgrundsatz in Aalborg „Die Straße ist die Bühne – Darsteller bist Du“.

Das jährlich wechselnde Karnevalsmotto hingegen ist dieses Jahr 2008 „Magie in der Luft“. Und buchstäblich lag hier von der ersten Sekunde an Magie in der Luft, eine fantastische Atmosphäre! Unmittelbar neben uns befindet sich eine Ritterburg samt rumblödelnden Rittern. Hinter der Burg haben sich die „Furzkissen“, zwei freudestrahlenden „Politessen“ samt Kollege und das „Formel1 Team“ samt Auto eingefunden, die ebenso gespannt auf den Umzugsstart warten.

Außer den Karnevalswagen, die von spontanen Karnevalsenthusiasten entworfen wurden, gibt es auch vom Karnevalsverein organisierte Wagen, die für reichlich Stimmung sorgen: Der Love-Umzugswagen sorgt mit House Musik und leicht bekleideten Mädchen für tanzende Narren und sicherlich auch für höher schlagende Herzen. Der Radiosender „Hit FM“ hingegen präsentiert sich gänzlich im Lederhosen- und Dirndl-Style inklusive Rumtata-Musik und sorgt so natürlich für beste Oktoberfeststimmung. Kurzum, wer nicht gerade tanzt oder rumblödelt, der ist damit beschäftigt, seine „wartenden“ Nachbarsnarren kennen zu lernen, Komplimente bezüglich der Kostümen zu verteilen oder sich für ein gemeinsames Foto in die Arme zu fallen.

Doch in nur wenigen Minuten sollte das unterhaltsame Warten ohnehin ein Ende haben. Der Umzug startet um 11.30 Uhr. Ich meine, der „Parade-Arm Vejgaard Torv“ startet um 11.30 Uhr. Die Große Parade hat ja bereits um 10.30 Uhr begonnen. Professionelle, internationale Karnevalsgruppen haben bereits eine Stunde zuvor den Umzug im Stadtzentrum eröffnet, gefolgt von zwei weiteren Umzugsarmen, die wie der Vejgaard-Arm etwas außerhalb der Stadt starten werden und im Stadtzentrum zusammenlaufen. Die Zuschauer in der Innenstadt bekommen so letztendlich eine einzige, große Parade zu sehen.

Inzwischen ist es 11.30 Uhr. Ich sehe, wie sich die vordersten Menschenmassen in Bewegung setzen. Doch bis wir letztendlich den Startplatz verlassen und uns auf der Strasse bewegen konnten, verging gut eine halbe Stunde. Es dauert eben, bis sich die Flut an Karnevalisten entzerrt und letzten Endes in einen Umzug formiert hat. Gemäß der Umzugsroute marschieren wir gen Innenstadt, was sich als reinstes Spektakel entpuppt. Die Ritterburg samt den Rittern war längst nicht mehr zu sehen, auch die Furzkissen schienen sich in Luft aufgelöst zu haben. Dafür scheint jedoch eine Guggenmusik-Truppe wie aus dem Nichts aufgetaucht zu sein, die alle in ihren Bann zieht. „Wikinger“ tanzen ausgelassen mit „Krankenschwestern“, „Hippies“ schütteln ihr buntes Haar im Takt und hüpfen an der Guggentruppe vorbei.

Wir marschieren am Fjord

Auch wir haben die Musiker hinter uns gelassen und marschieren nun neben „Mönchen“ entlang des Fjords. In nur wenigen Minuten werden wir die Hauptumzugsstrecke in der Innenstadt erreicht haben, wo uns die Zuschauer erwarten. Doch diese mussten sich noch etwas gedulden. Die farbenfrohe, fröhliche Welle gerät nämlich etwas ins Stocken. Womöglich liegt es an der verengten Hafenstraße, die der Kapazität dieser heranrollenden Faschingsflut nicht gerecht werden kann. Oder vielleicht liegt es auch daran, dass einige Narren die selbe Idee hatten als wir, nämlich die verengte Straße zu verlassen und nebenan auf dem sandigen Baustellengrund zu gehen.

Doch wie sich im Nu herausstellt, war dies keine gute Idee, dem Stau zu entgehen und besser voran zu kommen. Schließlich kommt unser gefüllter Einkaufswagen auf dem Sandboden schlecht voran und letzten Endes kapituliert dieser im Sand - er fällt um. Nachdem wir unser Hab und Gut wieder eingesammelt und unseren kleinen Karnevalswagen sicher ans Ende der Baustelle verfrachtet haben, erreichen wir auch schon den Beginn der Hauptumzugsstrecke - der Punkt, an dem die drei Parade-Arme zusammenlaufen und uns die Zuschauer erwarteten. Doch an jenem Beginn der Hauptumzugsstrecke, auf dem „Toldbod Platz“, war zunächst ein Zwischenstopp angesagt. Tausende Narren machen hier Rast.

Jedoch war von Langeweile und Picknickstimmung keine Spur. Ganz im Gegenteil, hier ist die Party so richtig im Gang: Hunderte Jecken tummeln sich tanzend und hüpfend um den Musikwagen, der die Stimmung so richtig zum Kochen bringt. Und wer nicht gerade in Bewegungslaune ist, der ergattert sich Sitzplätze an einem der Brunnen oder auf dem Boden, um sich etwas zu erfrischen und sich von dem bisherigen Marsch zu erholen.

Andere Jecken hingegen bevorzugen eine Erfrischung im Limfjord und schwimmen zur Feier des Tages eine Runde in dem kühlen Nass - natürlich in voller Montur. Vereinzelt sind auch rastlose Narren zu sehen, die auf Spurensuche sind, um ihre verloren gegangenen Freunde wieder zu finden. Nicht verwunderlich, dass der ein oder andere Jeck in der Narrenflut untergeht.

Nach gut einer Stunde reihen auch wir uns wieder in den Umzug ein und setzen uns gen Stadtpark in Bewegung, wo das Karnevalsfest bei Livemusik und allerlei Unterhaltung seinen Höhepunkt erreichen soll. Obwohl der Umzug nun seit mehreren Stunden die Stadt erobert, drängen sich nach wie vor unzählige Zuschauer an die Absperrungen, um die Welle an Farben und Kreativität einzufangen. Sexy „Stewardessen“ posen für den Fotograf hinter dem Absperrgitter, auch die „Mickeymäuse“ und „Superwomen“ reihen sich erst wieder in den Umzug ein als ein Schnappschuss im Kasten war. Andere fotografieren die tanzenden Narren auf dem Bushaltestellehäuschen oder beten die „Top Gun Crew“ samt riesiger, fahrbarer Kanone für ein Foto um Halt.

Zuschauer das jecke Spektakel

Wie ich sehe, genießen die Zuschauer dieses jecke Spektakel in vollen Zügen - sie lachen, jubeln, winken und knipsen, um diese verrückten, aber schönen Momente festzuhalten... Und ehe ich mich versehe, lichtet sich die Zuschauerfront bis sie sich vollständig auflöst. Wir haben den Stadtpark „Kildeparken“ nahezu erreicht, wo der Faschingsumzug endet und das Festival so richtig beginnt. Doch zunächst spielt sich das Karnevalsfest für viele Narren auf der Straße vor dem Stadtpark ab. Hier tummeln sich Tausende Jecken, die noch schnell die Reste ihrer mitgebrachten Getränke vernichten, um das Festivalgelände letztendlich betreten zu dürfen. Auch wir verzehren unsere Getränke bei bester Feierlaune. Wir können in den Park einblicken und sehen all die Narren, die das Festival bereits ausgelassen genießen. Auch ist die Livemusik hier auf der Straße zu hören, ebenso erreicht uns der kräftige Jubel der Zuschauer. Welch eine Atmosphäre, ich kann es kaum erwarten, das Festivalgelände zu betreten!

Sage und schreibe fünf Bühnen

Nach gut eineinhalb Stunden machen auch wir uns zum Eingang des Festivalgeländes auf. Zunächst erkunden wir das Gelände samt dem enormen Unterhaltungsangebot. Sage und schreibe fünf Bühnen versorgen die jecke Meute mit Musik. Auf der Hauptbühne werden Liveacts präsentiert, wobei auf den anderen Bühnen DJ’s angesagt sind. Zunächst gönnen wir uns jedoch ein kühles Bier und lassen uns bei der „Disco Stage“ nieder. Wie ich sehe, hat der ausgiebige Alkoholkonsum die Motorik einiger Karnevalisten etwas beeinträchtigt. Während sich „Dracula“ ein Nickerchen auf der Bierbank gönnt, versuchen „Biene Maja“ und „Kleopatra“ sich einigermaßen im Takt der Musik zu bewegen. Höchstwahrscheinlich würden sie dies selbst als „tanzen“ bezeichnen. Der Alkohol zeigt zwar seine Wirkung, doch dies macht der Feierlaune absolut keinen Abbruch. Auch wir schwingen unsere Tanzbeine und tauchen so richtig in das Festivalgeschehen ein.

Nachdem wir die Disco Stage ausgiebig erkundet haben, machen wir uns Richtung Hauptbühne auf. Der Jubel der Zuschauer ist groß, riesengroß. Im Moment heizt Lizzie den Narren so richtig ein. Was für eine Stimmung! Die Menschen jubeln, singen mit, klatschen, reißen ihre Arme in die Höhe und lassen sich gänzlich in den Bann der Band ziehen. Auch die folgenden Künstler verstehen es, den jubelnden Jecken so richtig einzuheizen. Nachdem wir der Livemusik eine Weile gefrönt haben, entscheiden wir uns kurzerhand, bei der „Smirnoff Ice Stage“ vorbeizuschauen, um dort die Stimmung abzuchecken. Wir bahnen unseren Weg durch die Menschenmasse vor der Hauptbühne bis sich die Reihen etwas lichten. Wie ich sehe, chillen viele Karnevalisten hinter der Hauptbühnenfront auf der Wiese des Stadtparks, um bei Snacks und Bier in gemütlicher Picknicklage der Livemusik zu lauschen. Nach nur weinigen Minuten erreichen wir unser Ziel, wo wir uns ein erfrischendes Smirnoff gönnen.

Es dauert nicht lange, bis wir zwei unserer Freunde freudestrahlend und hüpfend auf uns zukommen sehen. Sie haben Neuigkeiten, sie wurden vor ein paar Minuten frisch verheiratet. Was für ein Traumpaar, zwei männliche Erasmus-Studenten haben ihr Glück beim Karneval durch „SpeedWedding“ besiegelt. Höchstwahrscheinlich sind beide noch heute traurig darüber, dass dieses Fun-Angebot „SpeedWedding“ keine offizielle Gültigkeit hat.

Gemeinsam machen wir uns wieder gen Disco Stage auf, wo sich all unsere Freunde eingefunden haben. Wir tanzen und feiern bis in die Nacht hinein. Doch nicht alle schaffen es, die bislang elfstündige Party durchzuhalten. Einige Freunde sind bereits nach Hause gefahren. Auch haben sich generell die Reihen im Stadtpark etwas gelichtet. Ich meine, ich spreche jetzt nicht mehr von 30.000 Festivalgängern, sondern ein paar tausend weniger. Doch die, die noch der Karnevalsfeier frönen, tun dies sehr ausgelassen.

Feuerwerk beendet den Karneval in Aalborg

Mittlerweile hat die Party-Uhr dreizehn geschlagen, wobei es nicht einmal Mitternacht ist. Gegen 23 Uhr machen wir uns erneut gen Hauptbühne auf, wo ein Feuerwerk den Karneval in Aalborg feierlich beenden soll. Wir finden uns in den ersten Reihen vor der Bühne ein, um die Livemusik vollständig einzufangen. Schräg hinter der Bühne reisen bunte, strahlende Feuerwerkskörper gen Himmel. Was für ein Bild! Im Hintergrund das Lichterspektakel am Himmel und im Vordergrund die Liveband, die in Abstimmung mit dem Feuerwerk musiziert.

Was für ein emotionaler Moment! Ich realisiere, der Karneval in Aalborg 2008 wird in nur wenigen Minuten vorbei sein und der Geschichte angehören. Neun Monate Arbeit, ein unvergesslicher, einzigartiger Tag und jetzt? Soll jetzt schon alles vorbei sein? Wie so oft vergehen die schönen Momente im Leben viel zu schnell. Die vielen Raketen am Himmel signalisieren auch schon das Finale - dass von diesem Moment an der Karneval und all die Erlebnisse Geschichte sind. Wehmütig blicke ich zurück…doch gleichzeitig freue ich mich, dass meine Kolleginnen und Kollegen bereits am Montag beginnen werden, den verrücktesten Tag im Land der Legobausteine und des Akvavits vorzubereiten: den Karneval in Aalborg 2009.

Für uns ist die Karnevalsnacht jedoch noch nicht endgültig vorbei. Wir machen uns gen „Jomfru Ane Gade“ auf, die „verrückte“ Party-Straße der Stadt, wo wir den Abend feierlich ausklingen lassen. Am Sonntagmorgen gegen vier Uhr heißt es dann auch für meinen Freund und mich, den verrücktesten Faschingstag mit etwas Schlaf zu besiegeln.

Rekordhalter in unseren Reihen ist jedoch einer unserer englischen Freunde. Er beendete „seinen“ Karneval in Aalborg am Sonntagmittag um 14 Uhr - jedoch eher unfreiwillig. Er hatte die Notiz mit unserer Adresse verloren, auch hatte er weder seine Kreditkarte noch sein Handy bei sich und sein letztes Bargeld hatte er gewissenhaft in die Karnevalsfeier investiert. Doch wozu gibt es Internetcafés, Facebook und nette Menschen, die einen für ein paar Minuten umsonst online gehen lassen? So erhielt mein Freund gegen 13.30 Uhr eine Facebook-Nachricht, die verriet, wo wir unser verloren gegangenes Karnevalsschaf wieder finden können. So endete für unseren englischen Besuch der Karneval in Aalborg am Sonntagmittag um 14 Uhr im Internetcafé. Und letztendlich endete für uns der Karneval mit einem Bild für Götter: ein total übermüdeter Engländer, der in voller Karnevalsmontur, sprich in Minirock und mit verschmierter Schminke im Gesicht, auf mein Auto zustolperte. Helau!

KARNEVAL IN AALBORG: NÄRRISCHES TREIBEN IM MAI

Motto vom 16. bis 23. Mai 2009: La Dolce Vita

Aalborg, 9. April 2009 (vdk) Helau, rumtata und tätärä – am Aschermittwoch muss das närrische Treiben längst nicht vorbei sein! Wenn deutsche Narrenmasken in der Schublade schlummern und das bunte Treiben am Zuckerhut bereits Geschichte ist, geht das närrische Treiben im Norden Dänemarks im Mai erst richtig los: Tausende von Jecken feiern vom 16. bis 23. Mai in Aalborg ausgelassen den größten Karneval Nordeuropas.

Bereits zum 27. Mal bricht in der 20. und 21. Kalenderwoche der Karnevalvirus in der Hauptstadt Nordjütlands aus - dieses Jahr unter dem Motto „La Dolce Vita“. Alljährlich pilgern am Umzugssamstag rund 100.000 Zuschauer in die Stadt, um die prächtige Welle an Farben und Fantasie einzufangen, die der Umzug mit seinen 25.000 Teilnehmern erzeugt.

Besonderheit des Karnevals in Aalborg ist, dass der Umzug sowohl aus angemeldeten Gruppen als auch aus spontanen Karnevalisten besteht. Schließlich versteht sich der Karneval in Aalborg als Karneval des Volkes - und getreu dem Grundsatz „Darsteller bist du“, kann jeder beim Umzug mitmachen und dem Karneval eine persönliche Note verleihen. Sprich, man muss sich weder registrieren noch muss man Mitglied einer Karnevalsgruppe sein – man muss lediglich an einem der drei Umzugsstartpunkte erscheinen.

Doch der Karneval in Aalborg hat weitaus mehr zu bieten als die „Große Parade“. Über 20 Veranstaltungen sorgen für eine jecke Karnevalswoche. Zu den Highlights zählen außer dem Umzug der Jugend- und Kinderkarneval, das Battle of Carnival Bands und die Party im Stadtpark „Kildeparken“.

Das närrische Treiben startet am 16. Mai mit dem Jugendkarneval, bei dem 13- bis 18-Jährige einen spannenden Karneval im Erlebnispark „Karolinelund“ in Aalborg feiern. Das abwechslungsreiche Unterhaltungsprogramm sorgt für die richtige Karnevalsstimmung, wobei die Fahrgeschäfte, die von den jungen Jecken unbegrenzt benutzt werden können, für das gewisse Etwas sorgen.

Ein besonderer Tag für Kinder ist der 17. Mai, an dem die Kleinen ihren eigenen Karneval ganz groß feiern. Rund 5.000 Kinder und ihre Eltern nehmen am bunten Kinderkarnevalsumzug teil. Dieser führt durch die Innenstadt und endet im Stadtpark „Kildeparken“, wo ein aufregendes Unterhaltungs- und Aktivitätenprogramm auf die Kinder wartet. Mit anderen Worten, der Stadtpark verwandelt sich in ein Königreich für Kinder - erfüllt von Spannung, Spaß, fantasievollen Kostümen und glücklichen Gesichtern.

Am 22. Mai präsentieren beim Battle of Carnival Bands bis zu 15 Karnevalsgruppen aus aller Welt ihre vielfältigen Traditionen und prachtvollen Kostüme, wobei sie um den begehrten Titel „Beste Karnevalsgruppe des Jahres“ konkurrieren. Die Gruppen können sowohl beim internationalen Umzug in der Innenstadt sowie im Stadtpark, wo jede Gruppe ihre beeindruckende Bühnen-Show aufführt, bestaunt werden.

Der berühmte Aalborger Karnevalsumzug findet am 23. Mai statt. Dieser wird im Stadtzentrum von den internationalen Gruppen eröffnet, gefolgt von tausenden Narren, die sich dem Umzug angeschlossen haben. Direkt im Anschluss findet als letzte Veranstaltung des Karnevals in Aalborg die Party im Stadtpark „Kildeparken“ statt, wo die Feierlichkeiten ihren Höhepunkt erreichen. Gegen 23.30 Uhr wird der Karneval in Aalborg 2009 mit einem bunten Feuerwerk verabschiedet. So werden auch in den nördlichen Gefilden in der Nacht zum 25. Mai die Masken verstaut, und das bunte Treiben am Limfjord gehört ebenfalls der Geschichte an – bis der Karnevalskönig im Mai 2009 wieder das Regiment übernimmt und eine ausgelassene, verrückte Zeit im Mai ausruft. Helau!

Allgemeine Dänemark-Reiseinformation: www.visitdenmark.com

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